Norderney in den Kriegen

09. November 2010

Den wenigsten Norderney Urlaubern wird bekannt sein, dass die Insel in den Weltkriegen des vergangenen Jahrhunderts eine wichtige strategische Rolle für das kaiserliche Heer und die kaiserliche Marine sowie für die Wehrmacht, die Luftwaffe und die Marine des dritten Reiches spielte.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde die Insel Norderney zu einer Seefestung ausgebaut. Damals gab es noch keine Inselbahn, wie auf den meisten ostfriesischen Inseln. Deshalb wurde diese 1915 gebaut, um die für den Festungsbau notwendigen gewaltigen Mengen Baumaterial zu transportieren.

Im dritten Reich wurde im Jahr 1935 Norderney zu einem Marine- und Luftwaffenstützpunkt ausgebaut. Diese waren als Seefestung Bestandteile des Atlantikwalls. Am Hafen entstand ein Flugplatz für Militärmaschinen und in der Dünenlandschaft wurden mehr als 60 schwere Flak- und Geschützstellungen installiert. Deren Sockel sind teilweise auch noch heute trotz ungezählter Sprengungen zu erkennen. In der Nähe der Inselmühle wurden Kasernen errichtet, in denen mehr als zweitausend Soldaten und Zivilangestellte untergebracht wurden. Ein Teil dieser Kasernen wurde erst 1980 wieder abgerissen. In einem Arbeitslager waren Kriegsgefangene untergebracht, die als Zwangsarbeiter die Befestigungsanlagen gegen eine mögliche Invasion bauen mussten. Norderney war wiederholt das Ziel von amerikanischen, britischen und kanadischen Luftangriffen.

Nach dem Krieg sollte ein Teil der Ostfriesischen Inseln, unter anderem auch Norderney, von den Niederlanden annektiert werden. Der Plan wurde aber nicht umgesetzt. Statt dessen wurde die Insel von den westlichen Alliierten als Erholungszentrum für ihre Soldaten genutzt. Zu diesem Zweck wurden größere Hotels, diverse Kureinrichtungen und der Golfplatz beschlagnahmt. Erst im Jahre 1952 wurden diese Einrichtungen wieder frei gegeben und der Kurbetrieb normalisierte sich langsam wieder. Ende des Jahrzehnts wurden wieder über 100 000 Kurgäste und Besucher gezählt.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal

08. Februar 2010

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal ist 1899 zur Erinnerung an der Bismarckstrasse auf Norderney errichtet worden. Norderney ist eines der sieben ostfriesischen Inseln, und liegt zwischen Juist und Baltrum. Man erreicht diese Insel über die Autofähre, die zwischen Norddeich und Norderney pendelt. 6000 Menschen bewohnen diese Insel. Die meisten Insulaner leben vom Tourismus. Daher stehen genügend Ferienwohnungen oder Ferienhäuser zur Verfügung, um den Urlaub auf Norderney zu verbringen. Insgesamt werden rund 60 000 Betten für Gäste bereitgestellt. Die meisten Urlauber werden wohl wegen dem auf der Nordseite gelegenden 14 Kilometer langem Sandstrand auf die Insel kommen. Jedoch hat Norderney noch mehr zu bieten. Neben dem Wasser- und Leuchtturm ist das Kaiser-Wilhelm-Denkmal eines der höchsten Objekte auf der Insel. Paul Wallot fertigte als erster für das Denkmal einen Entwurf an. Aus finanziellen Gründen konnte der Entwurf aber nie in Tat umgesetzt werden. Die Stadt Norderney wollte jedoch nicht auf das Denkmal verzichten, und entschied, dass es einfacher und schlichter erbaut werden sollte. Sie beauftragten den Bildhauer Georg Küsthardt mit der Umsetzung. Zudem stifteten 70 deutsche Städt, Ortschaften und Privatleute hierfür die Steine. Das 13 Meter hohe Denkmal wog am Ende 2000 Tonnen. Leider wurde im Jahre 1917 die Bronzebüste des Kaiser eingeschmolzen, und zur Kanonenproduktion verwendet. Jahre später stiftete dann die Gemeinde Norderney eine Möwe aus Stein, die noch heute das Denkmal schmückt. Erst 1990 wurde das Denkmal gründlich saniert, so dass es noch lange Zeit an die Reichseinigung erinnern kann.